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The Duchess, Amsterdam – eine Liaison von Foie Gras & Mr. Wellington

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    Die Damen tragen bodenlange, fließende, seidene Glockenkleider, oben mit Posamenten und Rüschen geschmückt, die Taille ins Korsett gepresst, die extravaganten Hüte wachsen in den Himmel. Der Herr trägt Gehrock oder Frack und Zylinder und Spazierstock mit Silbergriff. Man nippt am Tee und labt sich an Austern und Hummer. Switch! 2017! The Duchess Amsterdam!


    So, wie oben, hätte sich – wir vermuten es nur – zur Zeit der Belle Epoque, die zwei Jahrzehnte vor dem 1. Weltkrieg, die feine Gesellschaft zur Tea Time im The Duchess Amsterdam getroffen. Heute trifft man DJ Martin Garrix an der Bar, lässig in Jeans und T-Shirt gekleidet. Neben ihm die Schönen und Wichtigen, man schlürft Champagner oder Moscow Mule – der Barkeeper ist einer der besten der Stadt und schaut dem emsigen Treiben der Küchenmannschaft, in der nur durch eine Glasscheibe getrennten eleganten Molteni-Küche, zu.

    Location

    Als das The Duchess im Sommer 2015 seine Türen öffnete, verstand es sich eigentlich von selbst, dass es zu einem der angesagtesten Gastro-Plätze der Stadt werden würde. Ein Konglomerat aus W Hotel Amsterdam, Burger-Place The Butcher und Steakhaus Mr. Porter – alles in einem historischen Gebäude der ehemaligen KAS Bank, das konnte auch für das Duchess nur der Garant für den Erfolg sein.


    Das Lokal besteht aus einer großen zentralen Halle und einer seitlich angrenzenden Tea Lounge mit Blick aufs Wasser. Halle – das hört sich nüchtern und kalt an, das Gegenteil ist der Fall: Es ist ein plüschiger Salon mit Stil und Eleganz. Das Duchess atmet den ästhetischen Optimismus der Belle Epoque, den Geist der großen französischen Brasserien und das royale Flair Wiens. Hohe Decken mit Fenstern über zwei Etagen – ein architektonisches Outside In-Konzept oder auch Potemkinsches Dorf: Man hat den Eindruck auf einem pittoresken Platz in Paris zu sitzen die Häuserfront mit historischen Laternen im Rücken, den Blick auf die Bronzefigur und die verschnörkelte Standuhr gerichtet, aber de facto sitzt man im Inneren umgeben von Gold und Marmor, gemütlichen Samtsofas, Sesseln und Pouffs in Aubergine, Grün und Beige – eine perfekte Kulisse mit einer kulinarischen Bühne, die klassisch-moderne, französisch und italienisch inspirierte Speisen darbietet.


    Food

    Fruit de mer-Risotto mit karamellisierten Zwiebeln, Quinoa und Pomegranate Salad, Loup de mer-Carpaccio mit Olivenöl – köstlich frisch. Die Foie Gras-Donuts mit Feigenmarmelade bestellen wir gleich doppelt nach, gut gewürzt mit leichter Schärfe kommt das Beef Tartar daher. Die Küchencrew kann Fisch und Krustentiere aus dem Effeff, trotzdem – das Filet Wellington umhüllt mit Blätterteig muss sein, das gibt es so selten auf den Speisekarten dieser Welt. Das Highlight ist die Eis-Show zum Dessert, das am Tisch mit viel Stickstoff und Tamtam hergestellt wird. Zu Unrecht stellt es Crème Brûlée und Vanilla Cream Pavlova mit kleinen Baiserperlen in den Schatten.


    Am Ende des Abends nehmen die Herren Zylinder und Spazierstock, die Damen Hut und Mantel und wandeln beschwingt von einem köstlichen Gläschen Chassagne-Montrachet 2011 nach Hause.


    Murmelz Vote

    Nichts zu mäkeln am Duchess: tolles Ambiente, aufmerksamer Service, ausgezeichnetes Essen, umfangreiche, gut sortierte Weinkarte. The place to be – für Frühstück, Lunch und Dinner. Auch die Tea Time verspricht „Aha“-Erlebnisse.  


    The Duchess @ W Hotel Amsterdam

    Spiustraat 172 I NL-1012 Amsterdam

    +31 20 811 3322 I info@the-duchess.com I www.the-duchess.com


     Fotocredits: © The Duchess Amsterdam, Martina Sommer (Nr. 5 / gedeckter Tisch)
        Martina Sommer

        The author Martina Sommer

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