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Wochenend-Trip nach Reykjavik – Leckere Mink-Wale, köstliche Haie

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    Die Isländer essen alles, gnadenlos: Als ich auf der Speisekarte des Grillmarkadurinn in Reykjavik Puffin- und Mink-Wal-Mini-Burger und im traditionellen Restaurant Laekjarbrekka fermentierter Hai las, traute ich meinen Augen nicht. Was in anderen Ländern eine geschützte Vogelart ist, landet bei den Isländern in der Pfanne. Aber unter Touristen wie unter Einheimischen gibt es solche und solche. Die einen kommen auf die Vulkaninsel, um die schwarz-bunten Papageitaucher zu beobachten, die zu Hundertausenden die Westfjorde bevölkern, die anderen schwärmen vom wunderbaren, schmackhaften Fleisch der possierlichen Vögel.


    Restaurant Grillmarkadurinn

    Das Grillmarkadurinn liegt im Hinterhof der Touristenmeile Laekjargata. Zunächst diente das große Gebäude als Kino, später als Versammlungshaus und Bar bis es Ende der 90er Jahre abbrannte und originalgetreu wieder aufgebaut wurde. Heute ist es ein angesagter Treff:  eine Mischung aus Lounge-Restaurant und Bar mit einem modern, gemütlichem Jugendstil-Ambiente auf zwei Etagen.

    Look & Feel vom Grillmarkadurinn

    Viel Holz, Stein und Leder – cosy und quirlig. Gegessen wird an der langen Bar im Erdgeschoss oder ein Stock tiefer, wo es freistehende Tische, aber auch kleine Abteile und gemütliche, Séparée ähnliche Tische gibt.

    Mittelpunkt ist der Grill, der bis zu 1200 Grad Celsius aufgeheizt werden kann. Die Betreiber des Grillmarket beziehen ihre Produkte überwiegend aus Island. Wie das Lamm, rosa gegrillt, vom lokalen Bauern. Die Lämmer ernähren sich während des Sommers überwiegend von Angelica, eine alte Heilpflanze, die laut Wikipedia bei uns unter Engelwurz bekannt ist. Sie gibt dem Fleisch den einzigartigen Geschmack. Bissfest und trotzdem zart das Pferdefilet mit Pommes und gemischtem Gemüse. Und die Krönung: Erdbeer Pavlova mit Vanillecreme und Skyrsorbet.


    After Dinner Drink im Apotek Restaurant

    Nach dem Abendessen nehmen wir gerne einen Drink in der Bar des Apotek-Restaurants nur einige Meter entfernt. Auch hier ist es wieder schwer einen Tisch zu ergattern. Reykjavik besteht irgendwie nur aus Restaurants, Bars und Kneipen – gefühlt zumindest.

    Isländer lieben Essen und trinken

    Die Isländer lieben Essen, Trinken und Ausgehen. Schon morgens zum Frühstück, das wir am liebsten im Laundromat Café (schräg gegenüber vom Apotek) wegen der köstlich-üppigen Chiabowls mit Mandeln, frischen Früchten und Müsli zu uns nehmen, muss man manchmal für einen Tisch anstehen. Und das obwohl die Preise überall exorbitant hoch sind. Während unten im Keller die Waschmaschine läuft und die Kids nebenan im Spielraum spielen, trifft man sich oben zum Kuchen, Kaffee, Omelett oder Burger mit Pommes. 40 Sorten Bier und jede Menge Bücher und Zeitschriften liegen ebenfalls bereit. Das Laundromat versteht sich als sozialer Meetingpoint, ein Ort zum Lesen, Schach spielen, im Internet surfen.

    Reykjavik ist mit seinen 200.000 Einwohnern (inklusive Umland) recht klein und überschaubar und alles ist gut zu Fuß zu erreichen. Touristen (wie wir) finden sich an jeder Ecke.


    Restaurant Laekjarbrekka

    Am nächsten Tag stolpern wir ins Laekjarbrekka – auch am Touristen-Trampelpfad gelegen, was uns zunächst skeptisch macht. Mangels Alternative wagen wir den Eintritt. Das ehemalige Wohnhaus eines der ersten dänischen Bäcker, die sich in der Stadt 1834 niederließen, ist original erhalten, restauriert und damit hübsch herausgeputzt. Die Diele ist klein, links und rechts geht es zu den kleinen, hellen Wohnräumen, die jetzt die Gasträume beherbergen. Die Tische sind mit weißen Tischdecken und Stoffservietten eingedeckt. Es sieht alles so sauber und proper aus, als ob Ariel’s Klementine (Reklame Anfang der 80er Jahre) höchstpersönlich die Wäsche gewaschen und geplättet hätte. Der Service ist professionell und freundlich, aber auch nicht mehr.

    Das Laekjarbrekka serviert klassische isländische Speisen, sehr geschmackvoll und teilweise auch sehr kreativ zubereitet. Den fermentierten, in ein Millimeter kleines Stück geschnittenen Hai auf der Iceland Taste-Vorspeisenplatte muss man probiert haben! Auch wenn man ihn danach nie wieder anrührt. Ebenso gewöhnungsbedürftig ist der getrocknete Fisch – vor allem braucht das dünne, zähe, weiße Teil viel Zeit bis es im Mund schluckfertig zerkaut und zerlegt ist. Gefälliger waren da schon Hering, Lachs und geräucherte Lammscheiben.

    Die zweite Vorspeise pochierter Lachs, leicht mit Zitrone mariniert, mit Gurke, Senf und Forellenrogen-Topping zergeht am Gaumen. Die Küche steigert sich bei unserm Besuch von Gang zu Gang.


    Mein absolutes Highlight ist der Kabeljau mit Langustine.

    Ein frischer Fisch, schonend auf den Punkt zubereitet, eine zarte Langustine auf dem Rücken –   gepampert mit einer ordentlich reduzierten Langustinensauce. Dieser Gang hat Sterneniveau!


    Platz zwei geht an die langsam gegarte Lammschulter in einer Rotweinglace, deren Fleisch mürbig-zart vom Knochen fällt, begleitet von geröstetem, frischem Gemüse, grünen Bohnen, Pilzen und sämigem Kartoffelbrei. Stellt sich die Frage: Was trinken? Das Weinangebot ist international, aber teuer, insofern bleibt ein isländisches Bier.


    LAEKJARBREKKA

    Bankastraeti 2, 101 Reykjavik I +354 551 4430 I info@laekjarbrekka.is I www.laekjarbrekka.is

    jeden Tag ab 11:30 Uhr geöffnet

    GRILLMARKADURINN

    LÆKJARGATA 2A I 101 Reykjavik I +354 571-7777 I info@grillmarkadurinn.is I www.grillmarkadurinn.is

    THE LAUNDROMAT CAFÉ

    Austurstraeti, 9 I 101 Reykjavik I +354 587 7555

    keine Reservierung möglich.

    APOTEK RESTAURANT

    Austurstræti 16 I 101 Reykjavík
    +354 551-0011 I apotek@apotekrestaurant.is I www.apotekrestaurant.is


    Fotocredits: Food © Martina Sommer/Murmelz Food & Travel / Reykjavik & Landscape (Social Media) © Press / Iceland.is
        Martina Sommer

        The author Martina Sommer

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