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Annette Hanisch

Curated Luxury in Food, Travel & Lifestyle.
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Annette HanischLifestyleTürkei

Diyarbakır, Türkei: Wie Phönix aus der Asche

Annette_steigt_Stadtmauer Kopie

Es gibt Städte auf der Welt – ganz besonders im Nahen Osten – die seit Jahrtausenden von Menschen verschiedener Kulturen besiedelt, umkämpft, beherrscht und zerstört werden, um dann wie Phoenix aus der Asche zu neuem Leben zu erwachen. So wie Diyarbakır, die kurdische Metropole im Südosten der Türkei.

Geschichte und Umgebung

Die Altstadt von Diyarbakır ist umgeben von einer 5,5 km langen Mauer – nach der Chinesischen Mauer die längste Wehrmauer ihrer Art, und mit einer Höhe von über acht Metern sogar noch zwei Meter höher! Niemand weiß, wer in welchen Urzeiten den Grundstein für dieses Riesenbauwerk aus dem schwarzem Basalt des nahegelegenen Vulkans Karacadağ gelegt hat. Dass die von der Basaltmauer geschützte Siedlung unter dem Namen Amida eine bedeutende Garnisonsstadt ganz im Osten des Römischen Reiches war, wissen wir immerhin. Als Teil des Byzantinischen Reiches war Amida ein großes christliches Zentrum, später folgten Araber, verschiedene türkische Fürstentümer und schließlich die Osmanen. Noch immer gibt es hier neben uralten Kirchen, die zu Moscheen umgewidmet wurden, armenische, chaldäische und syrisch-orthodoxe Kirchen. Das Stadtbild prägen Kurden, doch leben hier neben den „Kurmandschi“ auch eine große Menge „Zaza“, eine ostanatolische Bevölkerungsgruppe mit eigener Sprache und Kultur.

Phönix aus der Asche

Nach der letzten großen Krise in 2015, als sich in der Altstadt türkische Streitkräfte und kurdische Separatisten Gefechte lieferten, pulsiert mittlerweile wieder das alltägliche Leben. An vielen Straßenecken grillen mobile Kebab-Anbieter frische, mit Kreuzkümmel gewürzte Lammleberspieße – sicherlich das beliebteste Gericht in Diyarbakır. Traditionelle Zuckerbäcker bieten wieder “Kadayif” oder Engelshaar an, ein süßes Gebäck und langjähriger Exportschlager aus Diyarbakır. Viele Restaurant- und Cafébetreiber hatten 2015 der geplagten Altstadt Sur den Rücken gekehrt und sich in der sicheren Neustadt mit ihrer schicken Ausgehmeile 75 Yol angesiedelt, aber es gibt auch mutige Unternehmer, die das jahrtausendealte Stadtzentrum wieder zu einem lebendigen, attraktiven Bezirk machen wollen.

Ich hatte Gelegenheit, mit zweien von ihnen ins Gespräch zu kommen und währenddessen – natürlich – einige Gerichte aus ihren Küchen zu probieren.

Über die ost-anatolische Küche

Eines vorweg: wer auf vegane oder leichte Küche steht, braucht gar nicht erst nach Diyarbakır zu kommen. Hier isst der Mensch Fleisch! Und zwar vom Lamm. Es ist nicht leicht, diesen Geschmack oder Duft mit Worten zu beschreiben. Aber wer einmal Lammfleisch im Südosten der Türkei gegessen hat, weiß, was ich meine: selbst im ungewürzten Zustand duftet es nach Kräutern, ist aromatisch, saftig und zart… unbeschreiblich gut.

Kemikli Evi – Restaurant

Fatih Evsen, ein junger Koch alter Schule, dessen Vater und Großvater bereits im Sur-Viertel Fleischgerichte grillten, kochten und brieten, hat eines der alten, aus Basalt errichteten Herrenhäuser unweit der Hauptstraße Gazi Caddesi restauriert und bietet seit August 2018 in seinem Restaurant Kemikli Evi gute Diyarbakırer Hausmannskost. Auf sage und schreibe drei Etagen für bis zu 250 Personen.

Das Gericht, das seinem Etablissement den Namen gibt – Kemikli (auf deutsch etwa: Fleisch mit Knochen) – ist trotz des einfachen Namens eine Delikatesse, die jeden Tag ausverkauft ist. Ungeklopfte Lammkoteletts ohne Stiel(Rippe) werden auf dem Grill zusammen mit scharfen Paprikas gegart und auf sehr dünnen Fladen serviert. Nur wer mittags gegen 12 oder abends vor 18 Uhr kommt, hat die Chance, eine Portion “Kemikli” zu ergattern.

Natürlich sind auch die anderen Kebabgerichte sehr empfehlenswert. Wie fast überall im Südosten der Türkei verdient das Lammhack, aus dem die Kebabspieße zubereitet werden, tatsächlich diesen Namen, denn es wird von Hand gehackt, wobei zuvor sämtliche Sehnen entfernt werden. So zergehen die scharfen Adana- und die milden Urfa-Kebabs auf der Zunge…

Restaurant Fırın-ci

Fast in Rufweite des “Kemikli Evi”, auf der anderen Seite der Gazi Caddesi, liegt Fırın-ci, ein ebenfalls 2018 eröffnetes Restaurant. Während bei Fatih Evsen Tradition die Hauptrolle spielt, sieht der junge Unternehmer Resul Fidan seine Mission darin, die traditionelle Küche von Diyarbakır neu zu interpretieren.

Schon das Restaurantgebäude passt sehr gut zu diesem Ansatz: es ist ein türkisches Bad – das Hamam des Vahap Ağa – aus dem 16. Jahrhundert, das den Rahmen für ein opulent ausgestattetes Restaurant mit einem mächtigen modernen Kronleuchter bietet, der die gewaltige Kuppel des ehemaligen Eingangsbereiches ausfüllt.

Der ehemalige Springbrunnen genau unter der Kuppel wurde in eine Art goldenen Käfig umgewandelt, in dem große Grünpflanzen wie in einem Gewächshaus wuchern. Im Kreis herum sind Bänke, Tische und Stühle für die Gäste angeordnet. Auch die ehemaligen Ruhe- und Schwitzräume sind jetzt Teil des Restaurants und die ehemaligen Waschnischen eignen sich perfekt als Separee.

Fırın-ci öffnet seine Pforten bereits um 9 Uhr morgens. Der Tag beginnt hier mit meditativer Klaviermusik. Man bestellt sein Frühstück und wenig später biegen sich die Tische unter der Last von mindestens 15 verschiedenen Tellerchen mit süßen und salzigen Delikatessen. Darunter eine Auswahl ostanatolischer Käsesorten, Honig geschleudert oder in der Wabe, hausgemachter Joghurt, im hauseigenen Ofen gebackene Brötchen, Hefefladen, „un kızartması” (in Butter angebratenes Vollkornmehl), Omelett mit „kavurma“ (eine Art Röstfleisch) und und und…

Mittags und abends speist man „à la carte“ – in der Ost-Türkei eher ungewöhnlich. In den herkömmlichen Restaurants zeigt man entweder auf die im Wasserbad warmgehaltenen fertigen Gerichte oder die grillfertigen Fleischspezialitäten, die in einer Glasvitrine ausgestellt werden, oder aber der Kellner spult ein Sprüchlein mit den Gerichten ab, die die Küche hergibt.

Hier gibt es eine reichhaltige Karte und – oh Wunder – die aufgetragenen Gerichte sehen tatsächlich so aus wie auf den ansprechenden Fotos. Wir entscheiden uns für Lamm mit Quitte und ein “Tandır”gericht aus dem Steinofen. Tandır (oder Tandoori) ist eine in der Türkei (wie im ganzen Nahen und Mittleren Osten) weit verbreitete Zubereitungsweise.  Das über Stunden bei niedriger Temperatur gegarte Fleisch lässt sich mühelos vom Knochen lösen. Bevor das bestellte Hauptgericht kommt, wird eine kleine Auswahl an Vorspeisen aufgetragen: Hirtensalat, grüner Salat, scharfes Paprikamus, mit Knoblauch angemachter Joghurt und frittierte Köfte im Bulgurmantel, “içli köfte”. Wie passend wäre jetzt ein Glas Wein oder Rakı! Leider ist Alkohol Fehlanzeige. Resul, den wir darauf ansprechen, weist auf die unmittelbare Nachbarschaft zur Großen Moschee hin. Das verstehen wir, gehen aber davon aus, dass auch ohne Moschee eine Schanklizenz, wie in ganz Ostanatolien, schwer zu bekommen gewesen wäre.

Auch ohne Wein genießen wir die gute Küche, vor allem aber das außergewöhnliche Ambiente der historischen Räumlichkeit. Familien, junge Paare, Gruppen von Freunden – jeder Tisch ist besetzt. Die Atmosphäre ist gepflegt, aber nicht versnobt.

Eine große Überraschung zum Schluss ist die Rechnung – pro Kopf bezahlen wir umgerechnet gerade mal 10 Euro! Das ist auch für ostanatolische Verhältnisse günstig. Auf meine Frage, warum er die Preise so niedrig hält, antwortet Resul: „Ich möchte, dass eine Familie mit mittlerem Einkommen wenigstens einmal im Monat in meinem Restaurant zum Essen kommen kann. Die Einwohner von Diyarbakır haben so viel gelitten, ich finde, das haben sie verdient!”

Beeindruckt gebe ich wenigstens ein gutes Trinkgeld und nehme mir vor, möglichst bald wieder Diyarbakır zu besuchen. Und einen Besuch in dieser ehrwürdigen Stadt mit ihren warmherzigen Menschen möchte ich auch Ihnen allen ans Herz legen!

Unsere Restaurant-Empfehlungen in Diyarbakır:

KEMIKLI EVI

(Avni Bey Konağı)

Gazi Caddesi Kadı Camii Sok NO : 2 (Gazi Caddesi) | TR-21100 Sur-Diyarbakır

+90 412 223 26 90 | Kemikli Evi auf Instagram

Kontakt: Fatih EVSEN

FIRIN-CI

(Vahap Ağa Hamamı)

Inönü Mah. Gazi Cad. Telgrafhane Şok. No:34 | TR-21300 Sur-Diyarbakır

+90 412 252 02 06 | www.firin-ci.com

Kontakt: Resul Fidan


Fotocredits: © Ömer Dogan
Redaktioneller Beitrag | Keine Werbung.
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Annette HanischBodrumFeinkostLifestyle

Bodrum-Mandarinen – orange Schätze von Bodrum Yadigarı

Bodrum Mandarine close

Weiße Würfelhäuser und türkisblaue Buchten – so kennt man Bodrum, den quirligen Badeort an der türkischen Ägäisküste. Kaum ein Feriengast kennt allerdings die bunte Seite von Bodrum: Im Dezember und Januar, wenn in anderen Regionen Grau-, Weiß- und Brauntöne vorherrschen, schwelgt man hier in sattem Dunkelgrün und Orange in allen Farbabstufungen!

Auf dem Weg von Bitez-Dorf zum Strand bilden steinalte Oliven- und Johannisbrotbäume, Pappeln, Eukalyptusbäume und Stein-Eichen grüne Tunnel. Schummrig und geheimnisvoll sind die Wege hier selbst am hellichten Tage, wenn das Sonnenlicht nur hier und da durch das Blätterdach dringt.

Wer als Spaziergänger in dieses grüne Labyrinth gerät, kann kaum glauben, dass man sich nur wenige hundert Meter entfernt von der Hauptstraße mit ihren modernen Einkaufszentren und Geschäftsgebäuden befindet.

Durchs Gebüsch am Wegrand glänzt es bald gelb, bald orange hinterm dunkelgrünen Laub – Äste biegen sich unter dem Gewicht kugelrunder Orangen, prächtiger Zitronen, vor allem aber Tausender von Mandarinen! Willkommen in den berühmten Mandarinengärten der Bodrum-Halbinsel.


Wer diesem einladenden Anblick nicht widerstehen kann und nach einer Mandarine greift, wird mit einem noch anregenderen Duft belohnt – besonders, wenn wer eine echte Bodrum-Mandarine erwischt!


In Bodrum werden drei Sorten Mandarinen angebaut: die kernlose Satsuma kann bereits ab Mitte Oktober gepflückt werden, Ende November folgt die aromatische Klementine mit der kräftig orangefarbenen Schale, und ab Anfang Dezember reift die Krönung heran: die duftende Bodrum-Mandarine.

Klein bis mittelgroß, ein wenig platt, die Schale eher gelblich als orange – so unspektakulär kommt die Königin der Mandarinen daher. Aber sobald die Schale aufgebrochen ist, entfalten die ätherischen Öle ihr volles Aroma. Ob es der Meltemi ist – der thermische Wind, der an heißen Sommertagen den Zitrusgärten ein wenig Kühlung gewährt – der kalkreiche Boden, das Mikroklima, mit dem die Bodrum-Halbinsel gesegnet ist, oder ob es eine Kombination aus all diesen Zutaten ist, die der Bodrum-Mandarine ihren unvergleichlichen Geschmack verleiht? Jedenfalls gedeiht die Bodrum-Mandarine hier besser als anderswo, was 2012 auch das türkische Patentamt bestätigte. Seitdem ist „Bodrum-Mandarine“ nämlich eine geschützte geographische Angabe und hat damit den gleichen juristischen Status wie etwa die Spreewald-Gurke.

Trotz dieser internationalen Anerkennung steht die Bodrum-Mandarine derzeit von gleich mehreren Seiten unter Druck: Der Export von Bodrum-Mandarinen ist mit dem Auseinanderfallen des Ostblocks, einst dem wichtigsten Abnehmer, zum Erliegen gekommen. Veränderte Konsumentengewohnheiten haben zu einer erheblich reduzierten Nachfrage auch im Inland geführt, denn die Bodrum-Mandarine hat gegenüber anderen Mandarinensorten den Nachteil, dass sich in jeder Spalte 3-4 Kerne befinden. Und schließlich avancierten die sanft zu den Buchten der Halbinsel abfallenden Ebenen, wo sich die Mandarinengärten befinden, zu wertvollem Bauland für Hotel- und Wohnanlagen.

Bodrum Yadigarı

So gehört schon eine Portion Idealismus dazu, die von den Vätern geerbten Zitrusgärten weiter zu pflegen, obwohl mit der Ernte kein Vermögen mehr zu machen ist.

Erman Aras, Sohn von Ömer Aras, dem einst größten Mandarinenbauer der Halbinsel, der über 4000 Bäume eigenhändig gepflanzt hat, gab seinem Vater auf dem Sterbebett das Versprechen, keinen seiner Gärten zu verkaufen und sich hauptberuflich um die Mandarinen zu kümmern. Für den auf einer Eliteuniversität (mit Mandarinengeld!) ausgebildeten Physiker und langjährigen Tourismusunternehmer eine echte Herausforderung.

Wir haben uns von ihm erzählen lassen, wie er mit Einfallsreichtum, Disziplin und Freude diese Herausforderung angenommen hat. An der alten, gewundenen Straße vom Dorf Ortakent zur Küste, am Rande des größten Gartens, den Erman von seinem Vater geerbt hat, liegt die Manufaktur “Bodrum Yadigarı”. Ein Name mit Programm: Yadigar war nicht nur der Name seiner Mutter, sondern bedeutet auch ‘Andenken, Erinnerungsstück’ – hier wird eine Tradition fortgeführt.

In den Jahrzehnten zwischen 1950 und 1970, als der Mandarinenhandel boomte, wurde die kostbare Fracht auf dem Kamelrücken zur Küste getragen, von dort mit Ruderbooten an Deck eines Holzfrachters vom Schwarzen Meer geladen und nach Istanbul verschifft. An diese Tradition knüpft Bodrum Yadigarı an, wenn zwischen Ende November und Ende Februar auf Internet-Bestellung Geschenkkisten mit 3, 6 oder 9 kg frisch gepflückten Mandarinen per Kurierdienst an jede gewünschte Adresse in der Türkei verschickt werden.

Übrigens: die Mandarinen von Bodrum Yadigarı sind unbehandelt, der Anbau wird seit Jahren organisch, ohne jegliche Zugabe von Pestiziden und Kunstdünger betrieben.

Köstliche Mandarinen-Produkte

Angesichts der reichen Ernte (jährlich zwischen 75 und 95 Tonnen) musste Erman sich noch mehr einfallen lassen: Seine Frau Filiz, eine begeisterte Köchin, begann mit Marmeladen und Konfitüren zu experimentieren. Leicht und fruchtig sollten sie sein, keine zuckergetränkten Kalorienbomben. Schließlich verzichtete sie ganz auf Zucker und verwendete stattdessen Apfelkonzentrat. Eine geniale Lösung – köstlich und gesund!

Neben Mandarinen werden natürlich auch die anderen Delikatessen aus dem Zitrusgarten verarbeitet: Orangen, Zitronen, Bitterorangen und Bergamott. Wer sich für Süßes begeistert, dem seien Lokum aus Mandarinensaft empfohlen. Auch die gewöhnlich extrem süßen „Turkish Delight“ werden von Bodrum Yadigarı ohne Zugabe von Zucker (ersetzt durch Dattelextrakt) hergestellt. Statt des Puderzuckers, der herkömmlich das Aneinanderkleben der Fruchtgummiwürfel verhindert, wird ein Mehl aus getrockneten Mandarinenschalen verwendet. Das unverwechselbare Aroma der Bodrum-Mandarine wird in getrockneten Fruchtchips ebenso eingefangen wie in einem raffinierten Mandarinen-Sorbet.

Der betörende Duft der Bodrum-Mandarine ist geradezu prädestiniert für die Herstellung von erfrischenden, bei Türken extrem beliebten Duftwässern. Und so dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis Bodrum Yadigarı ihr eigenes Mandarinen-“Kolonya” (so genannt nach dem großen Vorbild Kölnisch Wasser) auf den Markt bringen. Die Experimente seien jedenfalls vielversprechend, verrät mir Erman.

Nach meinem Besuch in der Manufaktur bin ich überzeugt: das Angebot an neuartigen organischen Mandarinenprodukten wird sich in den nächsten Jahren noch erweitern. An Material und schöpferischem Elan fehlt es jedenfalls nicht!

Auch wenn der Genuss der reifen Bodrum-Mandarine nur den Winter-Besuchern vorbehalten ist, gibt es einen Trost für die Sommer-Touristen: die noch kleinen, grünen Bodrum-Mandarinen sind die perfekte Zutat für einen erfrischenden Gin Tonic – oder den köstlichen „Silencio-Cocktail“ auf Vodka-Basis, den wir im Limon Café in Gümüslük so sehr lieben.

Murmelz loves!


Bodrum Yadigarı

www.bodrummandalini.com

Bestellungen sind über die Website oder per WhatsApp: +90 533 6223718 möglich.


Fotocredits: © Ömer Dogan
Redaktioneller Beitrag | Keine Werbung.
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Annette HanischBodrumHotelsTürkei

Nisanyan Hotel, Sirince – ein Landsitz zum Träumen

Blick auf Sirince Sundowner

Nicht weit von Ephesus, der berühmtesten antiken Stätte der Türkei, in der Provinz Izmir liegt das kleine Bergdorf Şirince. „Hübsch” oder “niedlich” bedeutet sein Name übersetzt – so passend und gar wunderbar für diesen zauberhaften Ort. Dort haben wir das romantische Boutique-Hideaway Nişanyan besucht.

Das Dorf Sirince

Bis 1924 war das in einer Mulde zwischen Oliven- und Weinbergen gelegene Städtchen ausschließlich von Anatoliengriechen, den sogenannten Rum bewohnt. Als es nach dem Befreiungskrieg zu einem Bevölkerungsaustausch zwischen der neugegründeten türkischen Republik und Griechenland kam, verließen die seit Jahrhunderten hier ansässigen Griechen ihre Heimat.

Stattdessen wurden Türken aus Kreta, Thessaloniki und Westthrakien in Şirince angesiedelt. Deshalb vereint sich noch heute hier griechische mit türkischer Kultur zum ganz besonderen Charme dieser Gegend.

Die Geschichte rund ums Nisanyan

Anfang der 1990er Jahre entdeckten Sevan Nişanyan, ein Intellektueller aus Istanbul, und seine Partnerin Müjde Tönbekici die Schönheit von Şirince. Schnell verliebten sie sich in die besondere Atmosphäre auf diesem Fleckchen Erde. Sie kauften einen ehemaligen Stall am Hang im oberen Teil des Dorfes, bauten ihn um zu einem stilvollen Landhaus und ließen sich nieder. Ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass das Dorf unter Denkmalschutz gestellt und damit der Bau moderner Betonhäuser verhindert wurde.

Die beiden Kirchen wurden restauriert und die ehemals von den Griechen gepflegte Tradition der Weinherstellung wurde wieder aufgenommen. Die Kunde von dem beschaulichen Dorf in den Bergen, wo gastfreundliche Einwohner Besuchern Wein anbieten, verbreitete sich in Windeseile zunächst in Izmir, dann in der ganzen Türkei. Schließlich wurde Şirince dank seiner Nähe zu Ephesus als ein Abstecher in die meisten Türkeirundreisen ausländischer Reiseveranstalter aufgenommen. Von April bis Ende Oktober strömen inzwischen täglich viele hundert Deutsche, Engländer, Franzosen, aber auch Koreaner und Chinesen nach Şirince.

Das Nisanyan Hotel

Hoch über den Häusern am Hang liegt das Nişanyan Houses Hotel, vollkommen abgeschieden von Lärm und Trubel. Eine Oase der Ruhe, die nur über einen ungeteerten Waldweg mit allerhand Schlaglöchern zu erreichen ist. Vorbei an Platanen und Zypressen geht es hinein durch ein Tor zum „Paradies“.

Am Eingang grüßt eine Schnecke, ein Symbol dafür, dass die Uhren auf Nişanyan langsamer ticken. Wer am späten Nachmittag die Nişanyan Houses erreicht, begibt sich am besten gleich auf die Panorama-Terrasse, lässt sich einen Gin Tonic oder einen frisch gepressten Saft aus dem eigenen Obstgarten servieren und spürt nach kurzer Zeit, wie der Prozess der Entschleunigung beginnt. Stress? Was war das nochmal? Der traumhafte Blick auf das historische Dorf und die arkadische Landschaft ringsum lässt die Zeit vergessen.

Sich in einer der gemütlichen Ecken in ein Buch vergraben (von denen es in der hauseigenen Bibliothek eine gute Auswahl gibt), im kleinen türkischen Bad auf der geheizten Marmorplatte massiert werden oder Stunden in einem Liegestuhl am von Bäumen und Büschen umgebenen Marmorpool dahinträumen und der Mischung aus Schönheit und Melancholie nachspüren, die Müjde bei ihrem ersten Besuch in Şirince so begeistert hat – mehr braucht‘s hier nicht zum Glücklichsein.

„Wir wollten einen Ort schaffen, wo wir unsere besten Freunde unterbringen würden“, beschreibt die Hausherrin das Konzept der Nişanyan Houses. Tatsächlich fühlt es sich hier weniger nach einem Hotel an als nach einem Besuch bei Freunden auf dem Land. Dazu trägt zweifellos das Personal des Familienbetriebs einen großen Teil bei – und natürlich ein paar Hunde, Katzen und die Ziegen, aus deren Milch der hauseigene Joghurt gemacht wird.

Zimmer & Chalets

Als Unterkunft stehen je fünf individuell eingerichtete Zimmer im Haupthaus oder im etwa 100 Meter entfernten Turmhaus zur Auswahl. Zwei restaurierte Rum-Häuser für bis zu fünf Personen und sieben Cottages sind im verwunschenen Garten verstreut. (Keine Angst, das Personal trägt Ihre Koffer!) Sie tragen so malerische Namen wie „Indigo-Haus“, „Rosa Haus“ oder „Haus am Pool“. Es wird bewusst auf modernen Schnickschnack oder TV verzichtet, dafür strahlen Einrichtung und Dekor das gemütlich-opulente Ambiente anatolischer Landsitze des späten 19. Jahrhunderts aus. Klimaanlage, Internet und Zentralheizung sind Zugeständnisse an die Komforterwartungen zeitgenössischer Gäste. Wem, wie uns, die Nostalgie der „guten alten Zeit“ lieber ist, setzt sich mit einem Glas Wein vor den brennenden Kamin und spielt eine Partie Backgammon…

Murmelz Tipp

Kochkurse im Nişanyan sind ein besonderes Erlebnis, denn sie beginnen mit dem Ernten von Obst und Gemüse und dem Schneiden frischer Kräuter im hauseigenen Garten! Unter der mit fliegenden Putten bemalten Decke der Küche im Turmhaus entstehen himmlische Gerichte – je nach Vorliebe traditionell türkische Spezialitäten oder internationale Kreationen.

Ein Highlight: Wer in den Terrassenhäusern von Ephesus neugierig auf das Alltagsleben in der Antike geworden ist, kann hier nachkochen, wie die alten Römer geschmaust haben – nach Rezepten aus einem römischen Kochbuch.


Murmelz likes!

NISANYAN HOUSES HOTEL

Sirince – Selçuk – Turkey
+90 (232) 898 3208 | www.nisanyan.com


Fotocredits: © Ömer Doğan
Redaktioneller Beitrag | Keine Werbung.
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