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Dr. Zhivago, Moskau – Russian Bohème

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Dr. Schiwago – ein Mann zwischen zwei Frauen, eine Gesellschaft zwischen herrschender Aristokratie, Revolution und zwei Kriegen und ganz viel russische Seele. Damals: Zutaten für ein Meisterwerk, das zu Weltrum gelang und für das Boris Pasternak 1957 den Literaturnobelpreis erhielt – Heute: Inspiration für Gastro-Entrepreneur Alexander Rappoport, der im Erdgeschoss des Moskauer Hotels National eine filmreife Kulisse gleichen Namens für seine Version der modernen russischen Küche erschuf: das Grand-Café Dr. Zhivago.

Das Restaurant

Wie in einer Filmkulisse fühlt man sich im Dr. Zhivago. Schneeweiße Wände bringen Gemälde der bedeutendsten sowjetischen Künstler (Malewitsch und Petrow-Wodkin) zum Leuchten, an der goldenen Decke funkeln prominent Rubinsterne um die Wette. Wir kommen aus dem Staunen gar nicht heraus. Voll ist es hier, betriebsam geschäftig, vibrierend bohemièn! Überall sitzt verteilt ein Mix aus lokalen und internationalen Gästen, die rund um die Uhr in das mittlerweile sehr angesagte Restaurant gegenüber vom Kreml einkehren. Dabei ist es Alexander Rappoport gelungen, den ganz besonderen Charme seiner Vision zu bewahren. Gleichbleibende gute Qualität und moderate Preise haben aus dem Restaurant keinen Luxus-Tempel und schon gar keine Touri-Falle werden lassen. Der Service agiert äußerst freundlich, flink und hat sichtlich Spaß dabei, Ausländern wie uns, die russische Küche nahezubringen.

Die Küche

Sowjetische Bescheidenheit findet sich natürlich nicht auf den Tellern. Die ausladende Speisekarte offeriert einen Streifzug durch die reiche kulinarische Geschichte Russlands, die im Zhivago mit einer Portion Luxus aufgepeppt und im modernen Gewand auf die Teller gebracht wird. Klassisch und in bester Qualität der Kaviar zu Beginn samt Pfannkuchen, Blinis, Crème fraîche, Ei und Zwiebel.

Anschließend versuchten wir Pelmeni (Sibirische Fleisch-Ravioli), die in kräftiger Brühe gegart werden, sowie eine moderne Variante klassischer Kohl-Rouladen: hellgrüne, bissfeste Röllchen, die mit reichlich Flusskrebsen gefüllt und farblich umspielt mit einer kräftigen Krustentiersauce präsentiert wurden. Toll! Gefolgt von dem russischen Klassiker schlechthin: Boeuf Stroganoff, das hier in der Heimat ganz anders aussah, als wir es kannten, aber so fein, rund und harmonisch schmeckte, dass wir nur volle Punktzahl in Sachen Soulfood vergeben konnten.

Murmelz Tipp

Plätze im Restaurant sind sehr begehrt, deshalb wird eine rechtzeitige Reservierung (ca. 1 Woche vorher) dringend empfohlen. Auch herrscht ein strikter Dresscode: Sport- oder Beach-Wear sind nicht erlaubt.


Murmelz Vote

Das Grand-Café Dr. Zhivago ist so russisch, wie es russischer nicht sein könnte und dabei wunderbar stilvoll und modern. Auf der Karte findet sich die gesamte Bandbreite der lokalen Cuisine zum Entdecken und Genießen – ein Lokal zum Wiederkommen! Murmelz likes.

GRAND-CAFÉ DR. ZHIVAGO

im Hotel National

Mokhovaya str, 15/1 | 125009 Moskau | Russland

+7 499 922 01 00 | drzhivago.ru/en/


Fotocredits: © Felix Fichtner, Grand Café Dr. Zhivago
Redaktioneller Beitrag | keine Werbung.
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Hotel National, Moskau – Russian Landmark

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Wer im Hotel National mit Blick auf den Roten Platz, den Kreml und die St. Basilius Kirche nächtigt, taucht buchstäblich ein in die reiche Geschichte Russlands. Unzählig scheint die Galerie an Prominenten, Staatslenkern und Denkern, die alle hier schon genächtigt haben. Doch fasziniert das geschichtsträchtigste Hotel der Stadt, weil es im besten Sinn „aus der Zeit gefallen“ und dabei makellos zurecht gemacht ist – weil es Moskau und Russland mit allen Facetten er-leben lässt.

Das Hotel

Das Hotel National wurde 1903 vom russischen Architekten Alexander Ivanov erbaut. Wer hier wohnt, wünscht sich oft, die Wände könnten sprechen und würden einfach darauf los plaudern – erzählen, was sich alles in den letzten 100 Jahren so ereignet hat.

Zeiten des Wohlstands, Augenblicke der Verwüstung, Krieg, Revolution und Frieden – denn stets stand das National im Zentrum und damit an der Seite Russlands. Wer hier wohnt erlebt Geschichte zum Anfassen.

Die Lage des Hotels macht es darüber hinaus zum perfekten Ausgangsort für alle Besichtigungen. Gegenüber liegen Kreml, Roter Platz, das Lenin Mausoleum und die St. Basilius Kathedrale – unbedingt sehenswert ist auch das GUM, eine Luxus-Mall par excellence, die neben allerhand Boutiquen auch über ein erstaunliches Feinschmecker-Paradies mit Köstlichkeiten aus der ganzen Welt verfügt.

Ebenfalls zu Fuß erreichbar sind das Puschkin-Museum der Schönen Künste und das Bolschoi-Theater.

Die Zimmer

Jedes der 202 luxuriösen Zimmer ist mit handgefertigten Möbeln im Stil des 19. Jahrhunderts eingerichtet. Wirklich bemerkenswert ist der Zustand der gesamten Einrichtung im ganzen Haus. Ausnahmslos alle Möbel und Accessoires, so geschichtsträchtig sie auch sein mögen, scheinen makellos und top gepflegt. Liebevoll und kostspielig sind die 55 Suiten des Hotels mit seltenen russischen Antiquitäten ausgestattet – Vasen, Lampen, Spiegel, Statuen und Gemälde – ein Museum zum Anfassen.

Die Badezimmer sind teils etwas klein, was allerdings der historischen Architektur geschuldet ist. In puncto Ausstattung stehen sie in nichts nach. Gleiches gilt für Schränke und Ablagen, die aufgrund der Stilmöbel einfach nicht für Welt-Reisende gemacht sind.  Unterm Strich bieten die Zimmer aber alle Annehmlichkeiten, die von einem 5-Sterne-Hotel erwartet werden – inklusive kostenlosem und wirklich schnellem WLAN, Kaffee- & Tee, Minibar sowie DVD-Player in allen Zimmern.

Ein Fitnesscenter mit Pool und das Guerlain Beauty Studio runden das Wohlfühl-Angebot im Hotel ab. Spektakulär und mit keinem Geld der Welt zu bezahlen, ist der atemberaubende Blick aus einigen Zimmern auf den Kreml und den Roten Platz.

Die Restaurants

Die Frühstücks-Tische im Moskovsky Saal an den großen Panorama-Fenstern sind heiß begehrt. In kulinarischer Hinsicht bietet das National so ziemlich alles, was internationale Gäste aus Ost und West morgens zur Stärkung brauchen – inklusive ordentlichem Sekt von der Krim.

Das Hotel eigene Fine Dining Restaurant Beluga macht seinem Namen alle Ehre und firmiert als „Kaviar-Brasserie“. Dutzende verschiedene Kaviar-Sorten können in dieser luxuriösen Bar verkostet werden – in Tasting Setsoder ganz klassisch mit Ei, Crème fraîche, Zwiebeln und Brot. Russische Cuisine rundet das Angebot auf Sterne-Niveau ab.

Wie in einer Filmkulisse fühlt man sich im Restaurant Dr. Zhivago im Erdgeschoss des Hotels. Gastro-Entrepreneur Alexander Rappoport hat hier seine Vision eines modernen russischen Restaurants mit sowjetischen Wurzeln inszeniert. Ein schneeweißer Restaurant-Raum mit Gemälden der bekanntesten sowjetischen Künstler wie Malewitsch und Petrow-Wodkin, samt Rubinstern und goldener Decke. Exzellenter Service in charmanten Retro-Uniformen und eine Speisekarte zum Schwelgen in russischen Klassikern, die modernisiert und luxuriös aufgepeppt richtig gute Laune machen.

Eine rechtzeitige Reservierung wird dringend empfohlen und das obwohl das Restaurant 24 Stunden geöffnet hat.

Murmelz Vote

Das Hotel National im Herzen von Moskau ist eine Grand-Hotel-Institution, die man erlebt haben muss. Illustre Vergangenheit verschmilzt hier mit luxuriöser Gegenwart und bleibt herrlich unique.

HOTEL NATIONAL – A Luxury Collection Hotel

15/1 Mokhovaya Str. Bld. 1 | 125009 Moskau | Russland

+7 495 258 7000 | Website des Hotels


Fotocredits: © Felix Fichtner, Hotel National Moskau
Redaktioneller Beitrag | keine Werbung.
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White Rabbit, Moskau – Vladimir’s Wunderland

Brot Uhr White Rabbit Murmelz Kopie

Vladimir Mukhin ist der Vorreiter der jungen russischen kulinarischen Elite – und ihr Posterboy. Bekannt geworden ist er mit seinem Restaurant White Rabbit im Herzen von Moskau, das aktuell auf Platz 13 der „World‘s 50 Best“ gelistet wird. Dort im 16. Stock des mondänen Smolensky-Gebäudes, zelebriert er die Lebensmittel seiner Heimat und schwelgt im modernen Prunk Russlands, im besten Sinn unterhaltsam umgesetzt, in der Welt von Alice im Wunderland.

Der Küchenchef

Schon als Kind hat es Vladimir Mukhin magisch in die Küche seines Vaters gezogen, den elterlichen Betrieb im Süden Russlands wollte er aber nicht übernehmen. Nach der Koch-Akademie verkaufte er sein Auto, ging hinaus in die Welt und nach Frankreich, um bei Sterneköchen wie Christian Etienne oder Michel Philibert zu lernen.

Zurück in Russland konzentrierte er sich auf das kulinarische Erbe seiner Heimat. Die Geschmäcker seines Landes und seiner Kindheit haben es ihm angetan. Und noch heute erzählt er mit funkelnden Augen, dass sein größter Schatz die gesammelten Rezepte seiner Großmutter sind.

Bevor Vladimir das White Rabbit eröffnete reiste er einige Zeit durch sein Heimatland, um die wirklich besten Zutaten für seine Küche zu finden. Wieder also einer, der regionale und lokale Lebensmittel featured? Ja und Nein. Die Größe Russlands verlangt danach, dass diese Kategorien anders gedacht werden. Der Schafmilchkäse zum Beispiel kommt aus Orlinoe im 1245km entfernten Bajdarska-Tal, der Kastanien-Honig aus Sotschi, 1360km von Moskau entfernt, die frischen Granatäpfel aus Albchasien schlappe 1793km im Südosten des Landes und die Butter aus Wologda mit 470km quasi ums Eck.

Seinen Stil nennt Vladimir Mukhin schlicht Russian Evolution. „Ich nehme die ursprüngliche russische Kochkunst und interpretiere sie neu. Dorsch aus Murmansk serviere ich mit Winterrettich und Topinambur-Crème. Die klassische Suppe Schtschi bereite ich statt mit Weißkohl mit Weinblättern zu. Kwas kombiniere ich mit Schafskäse und einer Soße aus gebrannten Haselnüssen.“, erzählt Vladimir als wir ihn nach dem feudalen Mahl in seinem geheimen Lab besuchen dürfen.

Das Restaurant

Etwas versteckt liegt die Tür zu den separaten Aufzügen, die uns in Windeseile in den bunten Gastro-Tempel katapultieren. Oben angekommen tauchen wir ein in Vladimir’s Wunderland und staunen nicht schlecht, als wir zunächst an einem Mannshohen Kaviar-Kühlschrank und gegenüber an mächtigen Aquarien mit Austern und riesigen Königgskrabben vorbeikommen. Vorbei geht es an der berühmten Uhr aus Alice im Wunderland, die hier als Brot-Station dient, die Treppen nach oben. Dort eröffnet sich ein immenser Rokoko-Speisesaal mit üppigstem Dekor, plüschigen Sofas, einer großen Bar und goldfarbenen Kissen. Viel Bling-Bling – aber es passt und macht mächtig Spaß! Wirklich Glück haben wir bei unserem Tisch in der Glaskuppel mit Blick über die ganze Stadt.

White Rabbit Tasting Menü

Selbstverständlich wählten wir bei unserem ersten Besuch Vladimir Mukhins Tasting Menü, zu dessen Begleitung wir auf Anraten unseres Kellners einen hervorragenden Weißwein von der Krim verkosteten.

Den Anfang machte Coco Lardo mit geräuchertem Kaviar und Schwarzbrot, klar und scheinbar unaufgeregt, doch welch filigranes Zusammenspiel von Texturen und Aromen im Mund. Gefolgt von Schwanenleber, die am Tisch mit Rhabarber-Marshmallows karamellisiert wurde. Der fette Wahnsinn, sämig, cremig: unbeschreiblich gut!

Danach: Muscheln mit Eukalyptus und Milch, sämige Buchweizen-Nudeln mit Seegras und Kaviar, eine Okroshka (kalte Sauerrahmsuppe mit gesalzenen Pilzen und Gurken-Sole, luxuriös gegrillter Kohl mit dreierlei Kaviar, gefolgt von Königskrabbe mit Äpfeln und fermentierter Zitrone, einem Eintopf aus Kabeljau, Pfifferlingen und Flusskrebsen, gegrilltem Rinderfilet mit Sauerampfer und Stachelbeeren, Black Bread mit Sauerrahm und Meerwasser, Erofeyich: ein Dessert aus Kondensmilch, gerösteten Haselnüssen und Aloe Vera, so russisch im Kern und welch ein Geschmack! Und vielen anderen kulinarischen Überraschungen mehr!

Murmelz Tipp

Der Service legt teilweise ein ziemliches Tempo vor – weisen Sie den Kellner einfach darauf hin, wenn Sie zwischen den Gängen kleinere Pausen einlegen möchten.

Murmelz Vote

Vladimir Mukhins White Rabbit rangiert nicht umsonst auf Platz 13 der besten Restaurants der Welt. Ein Besuch in seinem Wunderland offenbart die kulinarische Fülle und die reiche Geschichte Russlands. Aromatische Feuerwerke wechseln sich auf den Tellern ab und lassen das Lebenselixier unserer russischen Nachbarn er-schmecken: pure Lebensfreude im Hier und Jetzt. Murmelz loves!

WHITE RABBIT

Smolenskaya Square 3 | Moscow

+7 495 510 51 01 | whiterabbitmoscow.com


Fotocredits: © Felix Fichtner, White Rabbit Moscow
Redaktioneller Beitrag | Keine Werbung.
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