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“Ohne Wein stirbt der Reiz des Lebens” (Euripides)
Murmelz Rezensionen und Wissenswertes über Weine by Georg P. Huber

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Rockabilly Weinkult – Wein, der rockt!

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Diesen Sommer hat es uns zum ersten Mal ins Weinviertel verschlagen. Ins tiefste Niederösterreich, direkt an die tschechische Grenze, nach Unterretzbach. Ein beschauliches kleines Winzerstädtchen, eingebettet in die harmonische, hügelige Landschaft der „österreichischen Toskana“ – drum herum nichts außer Weingärten und mittendrin: lauter, fröhlicher, echter Rock’n’Roll – bei Ramona und René Pollak auf ihrem Weingut Rockabilly Weinkult.

Wie ein Rockabilly zum Winzer wird

Wer aus einer österreichischen Weinbauern-Familie kommt, die in der dritten Generation im Weinviertel verwurzelt ist, geht selbstverständlich erst einmal auf die Weinbauschule. So auch René Pollak, der im renommierten Krems allerhand Wissen rund um den Weinbau lernen hat dürfen. Zur gleichen Zeit etwa, entdeckt er dann seine Liebe zum Rock’n’Roll und dem Rockabilly-Lifestyle. Pomade im Haar, Biker-Jeans und Hornbrille werden zu seinem Markenzeichen. Und „dem wilden Hund von damals“ wird alles zu eng, er zeigt seinem Vater den sticky finger, will doch kein Winzer werden und verabschiedet sich in die Großstadt. Noch hat René keine Lust auf den familiären Weinbetrieb und wird Optiker. Ein Zufall dann einige Jahre später, dass er doch zurückkehrt und zum Weinbauern mit Herz, Seele und einer großen Vision wird.

Pollak’s Wirtshaus im Retzbacher Hof

Mehr als 15 Jahre ist es mittlerweile her, dass die Gemeinde Unterretzbach das alte Dorfwirtshaus zum Verkauf anbot. Renés älterer Bruder Harald, selbst gelernter Koch, der damals seit vielen Jahren in Wien lebt, will sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, bewirbt sich für den Kauf und bekommt den Zuschlag. Schnell ist zwischen den Brüdern klar: „Wenn du zurückgehst, komm ich auch wieder“. Während Harry also mit seiner Frau Sonja das Wirtshaus übernimmt, überzeugt René seine Frau Ramona, dem Landleben eine Chance zu geben. Gemeinsam wagen sie nach zehn Jahren Ehe und mit zwei Kindern den Neuanfang.

Rockabilly Weinkult

A rebel with a cause! 2013 kehrt der bunte Hund zurück ins Dorf – der Rockabilly Weinkult wird geboren. Bereits ein Jahr später kommt der erste Jahrgang auf den Markt. „Aus Liebe zum Wein und aus Liebe zum Rock ‚n‘ Roll steht auf dem Etikett mit Elvis-Tolle samt Schnurrbart – und schlägt ein, wie eine Bombe.

Ausgedacht hat sich natürlich René das ausgefallene Design. Sein Tätowierer Markus hat es dann gezeichnet, bevor Renés Cousin Matthias das Grafik-Design erschaffen hat. Noch heute werden sämtliche Design-Ideen zuhause am Küchentisch von den beiden Winemakern selbst erdacht, von der Postkarte bis hin zum Rockabilly Weinkult Untersetzer – alles 100% homemade.

Die Weine

Auf über 30 Hektar werden Grüner Veltliner, Sauvignon Blanc, Riesling, Gelber Muskateller, Merlot und Cabernet Sauvignon angebaut. Die Böden sind sandig und lehmhaltig, haben Charakter und Persönlichkeit. Wie Ramona und René, deren großer Herzenswunsch es ist, dass ihre Weine vor allen Dingen Spaß machen. Genuss darf nicht kompliziert sein, deshalb überlassen die beiden solche Tropfen, für die man 37 Sommelierkurse absolviert haben muss, lieber anderen. 

Eine Einstellung, die ehrlich und authentisch ist – und die uns gut gefällt. Einmal mehr nachdem wir nach einer privaten Führung durch den Weingarten und den alten Höhlenkeller uns einmal quer durch das vinophile Oeuvre der beiden Vollblutwinzer gekostet haben. 

Weine, die rocken!

Besonders gut gefallen haben uns der Stoanan 2019 – ein Veltliner wie er sein soll. Gelbe, frische Früchte und etwas Zitrus in der Nase, am Gaumen viel Frucht, vielschichtig, mineralisch, samt guter Säurestruktur. Ein Wein, der einfach rockt! 

Die Reben wachsen am Fuße des Manhartsberg auf sehr sandigen, schottrigen, fast felsigen Böden – wir sind froh, dass uns René davon auch ein paar Magnumflaschen abgefüllt hat.

Exzellent auch der Weißburgunder 2019 – Herrenkult. Feiner Duft nach Biskuit, Birne und Haselnuss machen den harmonischen Wein dieser neuen Serie aus. Cremig und straff zugleich kommt er daher, schmeichelt dem Gaumen und macht einfach Lust auf mehr.

Probiert und für äußerst gut befunden haben wir auch den Frizzante Rosé, den Gelben Muskateller 2019, sowie den exotischen Elias 2019 – ein Rotgipfler (Kreuzung aus Traminer und  Rotem Veltliner), der nach gelben Tropenfrüchten duftet und mit Komplexität, Fruchtsüße und schönem Säurebogen wahrlich großes Reifepotential birgt. Schauen wir mal, wie lange sich die Flaschen in unserem Keller halten.

Der Hofladen & Versand

Erste Anlaufstelle beim Rockabilly Weinkult ist das heutige Kabinett. Die alte Schmiede fungiert seit 2015 als Mix aus Büro, Degustationsort, Hofladen und Boutique. Neben den Weinen werden auch allerhand Accessoires im Stil der 1950er Jahre feilgeboten. Selbstverständlich sind alle Weine und Accessoires auch im Online-Versand nach Österreich, Deutschland und in die EU erhältlich.

Murmelz Tipp

Ab ins Weinviertel! Ein Besuch in Unterretzbach lohnt sich doppelt. Zum Weintasting beim Rockabilly Weinkult und anschließendem Abendessen in Pollak’s Wirtshaus im Retzbacher Hof. Bei soviel Genuss und Freude ist es Pflicht über Nacht zu bleiben.

Murmelz Vote

Die Leidenschaft der Weinviertler Rockabillys Ramona und René Pollak ist ansteckend! Pure Freude im Glas ohne viel Chichi und Kompromisse sorgt für echten Kult- und Suchtstatus. Weine, die rocken und Spaß machen. Murmelz loves! 


ROCKABILLY WEINKULT

Hauptstraße 21 | A-2074 Unterretzbach | Österreich

+43 676 926 3546 | office@rockabilly-weinkult.at | www.rockabilly-weinkult.at


Fotocredits: © Rockaybilly Weinkult
Redaktioneller Beitrag | Keine Werbung
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Ômina Romana – edle Weine aus Latium

omina-romana-bianchi-rossi-colline-castelli-romani1 Copyright Italia a Tavola net

An einem sanften Hang auf rund 200m über dem Meeresspiegel liegen die Weinberge des noch recht jungen Weinguts Ômina Romana der deutschen Unternehmer-Familie Börner. 40 Kilometer sind es nach Rom, 25 ans Meer. Damit liegt das Gut mitten in Latium, was bei Weinkennern zunächst die Stirn in Falten legt. Berühmte Weine gibt es hier bisher nicht. Nach der ersten Verkostung weicht dieser Zustand entspannter Freude, denn: der Chardonnay behauptet sich souverän mit  Meursaults oder Batard-Montrachets, der Cabernet Blend hängt den ehrwürdigen Sassicaia ab und der Merlot wird ebenbürtig dem Masseto gepriesen. Eine irre Geschichte rund um feinste Tropfen.

Das Anbaugebiet

Latium ist bisher keineswegs für herausragende Weine bekannt. Doch verfügt die eigentliche Wiege der europäischen Weinkultur über beste klimatische Voraussetzungen. Tagsüber weht die frische Brise vom Meer herüber, nachts bläst der Wind aus den Albaner Bergen – ideale Bedingungen also für die Gesundheit von Blättern und Trauben. Ein kühles Frühjahr, im Sommer Sonne satt ohne extreme Hitze und ein milder Herbst sorgen für eine harmonische Reife der Trauben ohne grüne Noten, was extrem wichtig für die Aromen und die Harmonie des Weins ist. Der Vulkanboden, reich an Mineralien, sorgt für Kraft in den Reben und einen intensiven Geschmack. Niedrige Erträge und noch von Hand verlesene Trauben garantieren Reinheit und bilden die Grundlage für den Ausbau im Keller. Den letzten Schliff erhalten die Weine nach der Gärung durch eine mindestens sechsmonatige Lagerung auf der Feinhefe und den wundervollen Phenolaustausch in kleinen Fässern aus französischer Eiche unterschiedlicher Röstgrade. Anschließend folgt die Reife in der Flasche, für die sich ebenfalls viel Zeit genommen wird. Dank soviel Zuneigung werden die Weine von Ômina Romana zu etwas ganz Besonderem.

Familie Börner und ihr Weingut

2007 fuhr die deutsch-italienische Familie Börner nach Italien in den Urlaub und liebäugelte damit, sich ein Sommerdomizil zuzulegen. Dass daraus ein mittlerweile 80 Hektar großes Weingut würde, in der antiken Gemeinde Velletri, wo einst Kaiser Augustus geboren wurde, hätten sie sicher nicht gedacht. 

Mittlerweile führt Tochter Katharina den Betrieb, dessen Aufsehen erregende Weine bereits kurz nach der Markteinführung Goldmedaillen sammelten.

Alles in allem ein erstaunlicher Erfolg, denn erst nach dem Familienurlaub begann die Bepflanzung mit besten Reben, die auf Basis von ausführlichen Analysen der deutschen Weinuniversität in Geisenheim ausgewählt und mit autochthonen Sorten kombiniert wurden. Elf rote und sieben weiße Trauben wachsen heute auf dem Gut. Angebaut werden Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot – Petit Manseng und Tannat, sowie die einheimischen Bellone und Cesanese und andere.

Über 30 Mitarbeiter verfügt Ômina Romana inzwischen, die vom Önologen Claudio Gori und der Agrarwissenschaftlerin Paula Pacheco angeleitet werden, und die sich allesamt um 70 Hektar Wein und 10 Hektar Oliven kümmern. 

Intensiv begleitet wird das Projekt nach wie vor – und das ist einzigartig – von den Universitäten in Geisenheim und Florenz, vom Instituto Tecnico Agrario Garibaldi in Rom und dem Instituto di Ricerca sul campo agrario in Velletri. Damit dürften die Reben auf Ômina Romana die am besten dokumentiertesten überhaupt sein. Nicht nur trägt jede Pflanze ihre eigene Nummer. Ein jeder Stock wird genau beobachtet und fortwährend beschrieben. Neue Theorien der Universitäten werden erprobt und Rückschlüsse gemeinsam gezogen, was sich letztendlich äußerst positiv auf die Produktivität des Weinguts und vor allen Dingen auf die Qualität der Weine auswirkt.

Die Weine

Sowohl reinsortige Weine, als auch Cuvées von erstaunlich hoher Qualität, die nach römischen Göttern benannt wurden, sind derzeit im Handel und gehobenen Restaurants erhältlich. Probiert haben wir Diana Nemorensis I 2017, ein Mix aus Cabernet Franc, Merlot und Cabernet Sauvignon mit Eleganz, Robustheit und viel lebendiger Kraft aus der Natur – ein Sinnbild der Jagdgöttin Diana.

Weiter ging es mit Ceres Anesidora I 2015, eine Selektion aus den besten Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon Trauben und damit eine Hommage an die römische Göttin des Ackerbaus. Kraftvoll und üppig ist dieser Wein, lebendig und tief.

Als drittes den Cesanese 2015, die edelste rote Rebsorte des Latiums. Fruchtig und mineralisch, kräftig und gleichzeitig samtig kommt dieser autochthone Tropfen daher und spiegelt mit seinem einzigartigen Geschmack die typischen Merkmale der Region wider. 

Ebenfalls ausgesprochen fein der Chardonnay 2019, der nur in Zeilen mit Osund auf sandig-lehmigen Boden angebaut wird. Ein perfekter Weißwein der es mit den Großen aufnehmen kann, äußerst aromatisch, mit starkem Charakter und Mineralität. Murmelz likes.

Vino e Opera – das Opernfestival

Soviel Genuss ist für die Börners aber nicht genug. Als besonderes Erlebnis für alle Sinne findet auf Initiative der Familie einmal im Jahr die Event-Reihe Vino e Opera in Ravello statt. Ein Genuss-Spektakel der ganz besonderen Art, weil sich unterschiedliche Musikstile, wie Klassik, Oper, Jazz, Pop und Rock auf kunstvolle Weise mit der Degustation der Ômina Romana-Weine vermählen.

Entstanden ist das Event, weil ein Künstler bei einer Degustation Anton Börner erklärte, dass er in seinen Weinen Musik hören könne. Geruch und Geschmack kreierten Melodien, sodass der Künstler den Weinen schließlich einzelne Musikinstrumente zuordnete, die von einer Opernsängerin aus Neapel mit Arien ergänzt wurden. Seitdem eröffnet der Opernabend die Veranstaltungsreihe, die sich ab Mitte August jährlich durch den ganzen Sommer zieht.

Wahrlich ein kunstvolles Erlebnis für alle Sinne, denn: abgerundet wird das Event an der Amalfiküste natürlich mit einem kulinarischen Zauber, der selbstredend auf die feinen Weine abgestimmt ist. Beim allerschönsten Sonnenuntergang – wenn die rote Sonne im Meer versinkt. 

Murmelz Vote

Ômina Romana – Mens et Manus, Geist und Hand. Feinste Tropfen aus einem unterschätzen Anbaugebiet in Italien. Murmelz likes!

Hier ein Video… “wie alles begann” bei Ômina Romana

Ômina Romana
S.A.F. La Torre
Via Fontana Parata, 75
00049 Velletri (RM)
www.ominaromana.com


Fotocredits: © Ômina Romana, Italiaatavola.net
Redaktioneller Beitrag | Keine Werbung. 
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